3. Platz: Stadt Eschweiler

„Faktor X – Mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz beim Bauen“



Bisher beschränken sich Klimaschutzmaßnahmen im Bausektor weitgehend auf die Reduzierung des Energieverbrauchs der Gebäude während der Nutzungsphase. Die Faktor-X-Planung der Stadt Eschweiler geht hier neue Wege und setzt erste Projekte erfolgreich um.

Das von der Stadt Eschweiler mit Partnern entwickelte Konzept bezieht erstmals Ressourcen- und Energieaufwand sowie Emissionen bei der Rohstoffgewinnung und der Herstellung der Baustoffe in die Bilanzierung ein. Transport und Verarbeitung werden klimabezogen analysiert – bis hin zur Betrachtung von Rückbau und Recycling. Auf dieser Grundlage entwickelte die Kommune Kriterien zum ressourcen- und energieeffizienten Bauen, mit denen sehr pragmatisch die Lebenszyklusbilanz eines Gebäudes in hoher Detailtiefe über das Tool abgebildet werden kann. Ziel ist es, zukünftig nur Gebäudeplanungen zuzulassen, die diese Kriterien erfüllen. In einer ersten Umsetzung in Eschweiler konnte eindrucksvoll dargestellt werden, dass der Faktor-X-Ansatz enorme Potenziale zur Ressourceneinsparung und zum Klimaschutz im Bausektor hat.

Die neue Methodik setzt bewusst auf „Massentauglichkeit“. Erste Projektumsetzungen können standardisiert und einfach auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden. Der Ansatz lässt bewusst einen breiten Spielraum für die Art der baulichen Umsetzung. Sowohl die ressourcen- und klimaschonende Holzbauweise als auch die Variabilität beim Einsatz klassischer Baustoffe gewährleisten eine sehr praxisbezogene und vor allem einfache Umsetzbarkeit. Diese nachhaltige und weitaus intensivere Betrachtung und Bewertung von Maßnahmen im Bausektor erfüllt eine Vielzahl neuer, zeitgemäßer Anforderungen – von der einfachen Übertragbarkeit bis hin zum Imagegewinn für das jeweilige Projekt. Neben den baulichen Kriterien sind in der Faktor-X-Methodik ebenfalls städtebauliche und soziale Entwicklungsziele enthalten.

Faktor-X wurde bereits in einem Baugebiet in Eschweiler umgesetzt, zwei weitere Baugebiete werden aktuell mit diesem Konzept entwickelt. Hier wird auch die Ausrichtung auf den sozialen Wohnungsbau mit einbezogen. Die Stadt Eschweiler plant, zukünftig bauliche Entwicklungen nur noch nach den Grundsätzen des Faktor-X-Konzeptes zu realisieren.